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Ernährung

Allgemeines

Die Fütterung gehört zu den wichtigsten Faktoren, um den Landschildkröten ein möglichst artgerechtes Leben in Menschenobhut zu ermöglichen. Die weitaus häufigste Ursache von lebensbedrohenden Krankheiten bei in Gefangenschaft gehaltenen Landschildkröten hängt mit ungeeigneter Ernährung zusammen. Eine falsche Ernährung macht sich kurzfristig nicht bemerkbar, führt aber über Jahre hinweg unweigerlich zum Tod. Bei Jungtieren führt sie rasch zu lebensbedrohlichen Missbildungen. Knochendeformationen wie Höckerbildung, Kieferdeformationen, Gicht oder Verfettung sind Beispiele falscher oder einseitiger Ernährung. Um eine artgerechte Fütterung zu gewährleisten, muss das natürliche Nahrungsspektrum der betreffenden Schidlkrötenart bekannt sein. Während dies bei den Europäischen Landschildkrötenarten weitgehend bekannt ist, bestehen zahlreiche widersprüchliche Angaben über das Ernährungsverhalten von tropischen Landschildkrötenarten vor. Gerade bei der Köhlerschildkröte hat man, trotz Habitatsuntersuchungen in jüngerer Zeit, noch grosse Wissenslücken bezüglich Nahrungsspektrum und anteilmässiger Zusammensetzung. Der Bau des Verdauungstraktes gibt allerdings einige Hinweise auf die natürliche Ernährung. An erster Stelle stehen mit Sicherheit pflanzliche Futterarten. Aufgrund Beoachtungen in den Ursprungsgebieten sind diese rohfaserreich, dickblättrig und mit relativ hohem Feuchtigkeitsgehalt. Eigene, langjährige Beobachtungen in Menschenobhut haben ergeben, dass Köhlerschildkröten, die mit einer relativ knappen Futtermenge auskommen müssen, ihr Nahrungsspektrum wesentlich vergrössern. Rohfaserreiche Gräser, selbst getrocknete Blätter und Blumen sowie Heucops werden dann gerne angenommen. Frühere Literaturangaben weisen immer wieder auf den Verzehr von zahlreichen Früchten hin (ROGNER M. 1996). Tatsächlich lieben Köhlerschildkröten alle Arten von Früchten. Naturbeobachtungen von Sabine und Thomas Vinke lassen aber den Schluss zu, dass ein breites und kontinuierliches Angebot von Früchten weitgehend fehlt. Hingegen weisen sie aber auf ein nicht unbedeutendes Angebot an tierischem Futter in Form von Wirbellosen und Aas hin (VINKE Th.+S. 2000). Meine Erfahrungen gehen in die gleiche Richtung. Ein grosser Anteil an Wiesenkräutern, Blüten, Blättern und Pilzen, sowie gelegentlich Schnecken, Würmer, tote Mäuse und ganz wenig Früchte sind der Gesunderhaltung sowie einem makellosen Wachstum der Jungtiere zuträglich.

Fütterung in der Praxis

Ich versuche die Fütterung so zu gestalten, dass auf das saisonale Angebot an Futterarten Rücksicht genommen wird. Wie in der Natur sollen die Schildkröten über das Jahr hinweg eine grosse Vielfalt an Futterarten erhalten. Hingegen kann je nach Saison für mehrere Wochen dieselbe Futterart von der Zusammensetzung her stark dominieren. Weitaus der grösste Bestandteil machen pflanzliche Futterarten aus:

  • Frühling
    • Frische, junge Wiesenkräuter aus ungedüngten Wiesen
    • Junge Blätter und Triebe von Sträuchern und Bäumen (Beerensträucher, diverse Laubbäume, Obstbäume)
    • Spezial angepflanzter Löwenzahn
    • Blüten von Löwenzahn, weitere Blüten von Wiesenkräutern
    • Erdbeeren
       
  • Sommer/Herbst
    • Ältere Wiesenkräuter aus ungedüngten Wiesen
    • Blätter von Sträuchern und Bäumen (Beerensträucher, diverse Laubbäume, Obstbäume)
    • Blüten vom Hibiskus-Strauch
    • Zucchini
    • Pilze
    • Beeren wie Johannisbeeren, Himberren, Brombeeren,
       
  • Winter
    • Käuflich erworbene Salate wie Endivien, Eissalat, Roter Chicoree, Lattich (Römersalat), Chinakohl, Federnkohl, Kabis
    • Gemüse: Broccoli, Zuccini, Fenchel, Karotten
    • Salate und Gemüse immer durchmischt mit Heucops oder kurz geschnittenes, zartes Heu
    • Geringer Anteil an Früchten wie Bananen, Kiwi, Äpfel, Birnen, Orangen und Mandarinen

Zusätzlich zu der pflanzlichen Nahrung erhalten die Köhlerschildkröten in weitaus geringerem Masse tierisches Futter:

  • Frühling, Sommer, Herbst
    • Würmer
    • Nacktschnecken, Gehäuseschnecken (mit Gehäuse)
    • Insekten wie Grillen
    • Fisch (wenn möglich mit Kopf, Flossen und Gräten)
       
  • Winter
    • Einmal monatlich Katzenfutter (mit hohem Rindanteil)
    • Fisch (wenn möglich mit Kopf, Flossen und Gräten)
       

Als Zusatzfutter periodisch folgendes angeboten:

  • Frühling, Sommer, Herbst, Winter
    • Calcium in Form von Eischalen und unbehandelten Sepiaschalen
    • Schneckengehäuse
    • Einmal monatlich 1 Esslöffel Mineralfutter "CALCAmineral", enthält 33% Calcium, Phosphor, Matrum, Magnesium, unter das Futter gemischt.

Copyright 2017, Stefan Kundert Literatur ...
 
SIGS
Schildkröten-Interessengemeinschaft Schweiz

www.sigs.ch



Fotogalerie:
Fotogenia
(Stefan Kundert)