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Ernährung von europäischen Landschildkrötenarten der Gattung Testudo

Einleitung

Mediterrane Landschildkröten sind Pflanzenfresser (herbivor). Ihr vegetationsreicher Lebensraum bietet eine Fülle von verschiedensten Wiesenkräutern, Blütenpflanzen, Blättern, sogar Samen und Wurzeln, welche die europäischen Landschildkrötenarten als Nahrungsquelle zu nutzen wissen. Im Jahresverlauf wechselt das Angebot von üppigem Grün zu kargen, vertrockneten Gräsern und Blättern. Im Frühjahr herrschen frische Jungpflanzen mit Blütenständen vor, während in den Sommermonaten durch die Sonne vertrocknetes, rohfaserreiches Wiesenheu als nährstoffarmes Futterangebot vorherrscht. Im Herbst hingegen lassen die ersten ausgiebigen Regenschauer, die im Boden zahlreich vorhandenen Samen erneut zu frischem Grün heranwachsen.

Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri) sucht sich im reichhaltigen Angebot des Frühjahrs im Norden Griechenlands frische Blütenpflanzen als Leckerbissen aus.


Verdauungstrakt

Der Verdauungsapparat der Pflanzen fressenden Landschildkröten ist im Prinzip mit einer riesigen Gärkammer vergleichbar. Bereits im Mund und in der Speiseröhre werden die abgerissenen, weitgehend unzerkauten Pflanzenteile eingespeichelt in den Magen befördert. Der Magen von Pflanzen fressenden Schildkröten ist klein, aber muskulös. Die Muskeln erlauben eine gute Durchmischung der Nahrung mit den Magensäften. Die vom Magen aufzunehmenden Nahrungsportionen sind klein, dafür aber wird ständig durch regelmässiges Abweiden neue Nahrung eingebracht. Im Gegensatz dazu erhaschen Fleisch fressende Reptilien nur relativ selten ein Beutetier, das dann aber für den Verdauungsapparat ein grosser Nahrungsbrocken darstellt. Der dem Magen folgende Dünndarm ist bei Pflanzenfressern im Vergleich zum Gesamtdarm relativ klein, wogegen bei Fleisch fressenden Schildkröten der Dünndarm, verhältnismässig gross ist. Die eigentliche Verdauung der pflanzlichen Nahrung geschieht im Blinddarm. Hier verbleibt der Nahrungsbrei lange. Mikroorganismen, u.a. Bakterien erledigen die Aufschlüsselung der Nahrung in ihre Bestandteile und die so gewonnenen Nährstoffe werden durch die Darmwand absorbiert und ins Blut überführt. Gelangen zuckerhaltige Futterarten in den Blinddarm (z.B. durch Fütterung von Bananen), können die schlechten Bakterien Überhand nehmen und die Verdauung bricht zusammen. Die Folge davon ist Durchfall. Im anschliessenden Dickdarm wird der Verdauungsbrei das Wasser entzogen und eingedickt. Am Ende des Dickdarms schliesst sich der Mastdarm, wo der Kot geformt wird und schliesslich den Körper durch die Kloake verlässt.

Futterbeschaffung

Die Fütterung ist wohl einer der wichtigsten Punkte, die bei der Haltung von Landschildkröten zu berücksichtigen ist, um ein langes, gesundes Leben auch in Menschenobhut zu gewährleisten. Bei der Fütterung der Schildkröten sind einerseits die Zusammensetzung der Futterarten sowie andererseits die Futtermenge zu berücksichtigen. Vorbild ist dabei immer die Natur. Das Nahrungsangebot im natürlichen Lebensraum der Schildkröten ist auch die Vorgabe für die Ernährung von Schildkröten in Menschenobhut.

In erster Linie werden europäische Landschildkröten mit natürlichen Futtermitteln versorgt. Hierfür wird von möglichst ungedüngten, naturbelassenen und artenreichen Wiesen grossflächig geerntet und ohne Aussondern bestimmter Pflanzenarten den Schildkröten als Futter gereicht.

Naturbelassene Wiese in Griechenland, welche die Nahrungsquelle einer Griechischen Landschildkröte sowie einer Breitrandschildkröte im natürlichen Habitat darstellt. Bereits Anfang Mai ist ein grosser Teil der Futterpflanzen ausgetrocknet und steht nur noch als Wiesenheu zur Verfügung.

Naturbelassene, artenreiche Wiesen ermöglichen auch bei uns in Mitteleuropa die bestmögliche Futterversorgung unserer Landschildkröten.


Allerdings ist auch eine Naturwiese aus unseren Regionen nicht mit derjenigen im Mittelmeerraum zu vergleichen. Bei uns gedeihen die Pflanzen in der Regel in nährstoffreichen Böden und sind deshalb eiweiss- und vitaminhaltiger als die Futterpflanzen aus den nährstoffarmen, aber kalkhaltigen Böden aus den natürlichen Lebensräumen der Landschildkröten. Der Wassergehalt ist auch bei ausgewachsenen Pflanzen bei uns viel grösser, als in den niederschlagsarmen mediterranen Gebieten. Durch die Wahl von humusarmen Standorten wie zum Beispiel Kiesgruben und der Trocknung der Kräuterpflanzen zu Wiesenheu kommt man der natürlichen und damit idealen Futterpflanze näher.

Natürliche Futtermittel

  • Löwenzahn
  • Brennessel
  • Rot- und Weissklee
  • Luzerne
  • Disteln
  • Breit- und Spitzwegerich
  • Taubennesseln
  • Vogelmiere
  • Kamille
  • Girsch
  • Zaunwinde
  • Vogelwicke
  • Kletten-Labkraut
  • Malve
  • Storchenschnabel

Futteraufbereitung

Nicht immer steht frisches Naturfutter zur Verfügung und man ist darauf angewiesen, auf Alternativen auszuweichen. Die Trocknung von frischen Wiesenkräutern macht das Futter einerseits konservierbar und anderseits ermöglicht es, das im Sommer im natürlichen Lebensraum als Futter zur Verfügung stehende Wiesenheu auch den Schildkröten in Menschenobhut anzubieten. Für den Trocknungsvorgang gibt es verschiedene Verfahren, von der Lufttrocknung bis zum Einsatz von Trocknungsgeräten wie sie auch im Haushalt zur Herstellung von gedörrten Lebensmitteln verwendet werden.

Je nach Feuchtigkeitsgehalt benötigt der Dörrvorgang etwa 4 - 5 Stunden bei ca. 50° C.
Foto: Alex Christen


Die Verfütterung von Salaten ist leider weit verbreitet, aber aus ernährungswissenschaftlichen Aspekten für europäische Landschildkröten ungeeignet. Wenn jedoch eine Durchmischung des Salates mit kurz geschnittenem Heu oder Heucops (z.B. der Firma Agrobs, Deutschland) erfolgt, ist diese Futtermischung durchaus verwendbar und zeitweise als Alternative zum Naturfutter einsetzbar.

Weitere Aspekte zur gesunden und artgerechten Ernährung von europäischen Landschildkröten

  • Mediterrane Landschildkröten sind ausschliesslich Vegetarier. Schildkröten begegnen aber auch in der Natur fleischlichem Futterangebot. Es kann vorkommen, dass nach einem Gewitter Schnecken und Würmer den Weg der Schildkröten kreuzen, oder aber Reste von Aas von den Schildkröten gefunden werden. Die Schildkröten stürzen sich auf solche Futterangebote und werden genüsslich vertilgt. Diese Begegnungen sind aber recht selten und stellen im Nahrungsspektrum, einen zu vernachlässigenden Anteil dar. Der Verdauungstrakt der mediterranen Landschildkröten ist in erster Linie auf die Verwertung von pflanzlicher Kost eingerichtet.
     
  • In der Natur kann man immer wieder Schildkrötenansammlungen unter Früchte tragenden Brombeersträuchern finden. Heruntergefallene Brombeeren werden unverzüglich und mit grossem Genuss gefressen. Aber wie auch das fleischliche Futterangebot gehören Beerenfrüchte für Schildkröten zu gern gefressenen Leckerbissen. Diese Futterarten stellen aber aufgrund der mengenmässig verschwindenden Anteile keine, in der Ernährung von Schildkröten zu berücksichtigenden Futtermittel dar.
     
  • Der Fressinstinkt der Landschildkröten ist auf ein knappes Futterangebot eingestellt. Ausser im zeitigen Frühjahr ist das natürliche Futterangebot äusserst knapp und auch ein limitierender Faktor für die Bestandesgrösse der Schildkrötenpopulationen. Das bedeutet, dass das Verhalten der Tiere so eingestellt ist, dass alles was greifbar und geniessbar ist, unverzüglich gefressen wird. Die Schildkröten wissen instinktiv nicht, welche Futtermenge für sie gesund ist. Deshalb müssen wir auch in Menschenobhut sparsam mit der Futtermenge umgehen. Zu beachten ist auch, dass der Energieverschleiss der Futtersuche durch die Schildkröten in freier Natur, in Menschenobhut kaum nachgeahmt werden kann. Umso mehr müssen wir vor allem während den Sommermonaten auf ein knappes Futterangebot achten.
     
  • Der saisonale Verlauf des natürlichen Futterangebotes soll auch in Menschenobhut nachgeahmt werden. Das bedeutet, überdurchschnittliche Futtermengen von frischen Wiesenkräutern mit Blütenständen im Frühjahr. Vermehrt getrocknetes Wiesenheu und kleinere Futtermengen im Sommer, sowie wiederum vermehrt frisches Grün, durchsetzt mit verdorrten ausgereiften Futterpflanzen im Herbst.

Ernährungsproblematik Kalzium/Phospor-Verhältnis

Der Körper der Schildkröte kann den Kalziumspiegel im Blut mittels Vitamin D und Hormonen der Nebenschilddrüse regulieren. Ein jederzeit zur Verfügung stehendes Kalziumdepot sind die körpereigenen Knochen. Der Körper ist bestrebt, in seinem inneren Haushalt ein ganz bestimmtes Verhältnis von Kalzium (Ca) zu Phosphor (P) aufrecht zu erhalten, meist etwa 2:1. Frisst die Schildkröte nun Futter, das einen eher höheren Anteil an Phosphor als Kalzium aufweist, wie dies zum Beispiel bei der Verfütterung von Bananen, Tomaten und Pfirsichen der Fall ist, beginnt der Körper, aus seinen eigenen Knochen Kalzium abzubauen, um das erwünschte Ca:P-Verhältnis wieder herzustellen. Dies kann zu weichen, porösen Knochen oder Skelettverformungen, so genannt rachitischen Erkrankungen führen. Wildkräuter enthalten meist weniger Eiweiss, einen höheren Anteil an Faserstoffen, sowie ein ausgewogenen Ca/P Verhältnis.

  • Löwenzahn: 1.10 % Ca / 0,49% P = 2,3
  • Wicken : 1,19% Ca / 0,36 % P = 3,3
  • Wiesengras: 0,63% Ca / 0,38% P = 1,7
  • Wiesenheu: 0,74% Ca/ 0,27% P = 2,8
Eine artgerechte Ernährung bedeutet also das Verfüttern von Futtermitteln, welches dem idealen Kalzium/Phospor-Verhältnis von 2:1 möglichst nahe kommt. Alle weiter oben genannten Futtermittel weisen ein nahezu ideales Kalzium/Phospor-Verhältnis auf. Neben den der Art der Futterpflanze beeinflusst der Reifegrad (möglichst ausgewachsene Pflanzen) sowie der Kalkgehalt des Bodens (möglichst hoher Kalkgehalt) das Kalzium/Phospor-Verhältnis in der Pflanze.

Sonnenlicht als notwendige Komponente der Ernährung

Das natürliche Sonnenlicht, genauer die UV-B-Komponente des Sonnenlichts, spielt in der Verarbeitung der aufgenommenen Nahrung ist ein entscheidende Rolle. Ohne die UV-B-Strahlen des Sonnenlichts kann das mit der Nahrung aufgenommene Kalzium nicht verarbeitet und in den Knochen eingelagert werden, sondern wird mit dem Kot ungenutzt ausgeschieden. Durch das Sonnenlicht wird das wichtige Vitamin D3 im Körper gebildet. Dieses wiederum wird für die Verarbeitung des Kalziums im Körper benötigt. Eine artgerechte Haltung ohne ganztägige Sonnenbestrahlung der Schildkrötengehege ist auch unter ernährungswissenschaftlichen Aspekten unmöglich.

Zusatzpräparate

Es gibt kein sinnvoll einzusetzendes Zusatzfutter, die oben erwähnte, naturnahe Fütterungsmethodik ersetzt oder ergänzt. Einzige Ausnahme bildet das zeitweilige Angebot von natürlichen Kalkspendern wie Sepiaschalen, Muscheln, Schneckengehäusen und verrottende Knochen. In meeresnahen Habitaten können mit etwas Glück, an Sepialschalen gnagende Schildkröten beobachtet werden. Ebenso haben alte Knochen von verendeten Tieren eine magische Anziehung auf die Schildkröten in freier Natur als auch in Menschenobhut. Diese Kalkspender ermöglichen einen allfälligen Kalkmangel der Schildkröten auszugleichen und ersetzen den im Gegensatz zur freien Natur oft fehlenden Kalkgehalt unserer Futterpflanzen. Des öftern werden Weibchen kurz vor oder nach der Eiablage beobachtet, wie sie relativ grosse Mengen an Kalk durch Anknabbern der Sepiaschalen zu sich nehmen. Vitamin- oder so genannte Aufbaupräparate sind abzulehnen, da weder Zusammensetzung noch Dosierung solcher Mittel auf die Wirkungsweise bei Schildkröten wissenschaftlich bisher überprüft worden sind. Das oft angewandte Mischen von Zusatz- oder Kalziumpräparaten unter das Futter ist abzulehnen, da die Schildkröte, einen Mangel an Kalzium am besten durch die bewusste Aufnahme von Kalkstückchen ausgleicht. So kann auch eine gesundheitsschädigende Überversorgung mit Kalzium vermieden werden. Ein Fütterung, welche der natürlichen Ernährung nahe kommt, genügt vollständig, um die Schildkröten über Generationen hinweg gesund zu erhalten.

Wasseraufnahme

Von einem Gewitter gebildete Regenpfütze wird gerne als Trinkgelegenheit im wasserarmen Habitat der Breitrandschildkröte auf dem Peloponnes (Griechenland)  wahrgenommen.

Flache Schalen sind als Wasserspender im Schildkrötengehege besonders geeignet. Die Schildkröten können ohne Gefahr des Ertrinkens in die flache Schale steigen und badend trinken.

Den Landschildkröten aus den mediterranen Gebieten stehen nur sehr selten Wasseransammlungen in Form von permanenten Gewässern zur Wasseraufnahme zur Verfügung. Dennoch benötigen die Schildkröten Wasser, um ihren Kreislauf aufrecht zu halten und nicht zu vertrocknen. Im Laufe der Evolution haben die Schildkröten Strategien entwickelt, um trotz der Wasserknappheit in den Sommermonaten überleben zu können. Im Frühjahr und im Herbst fallen regelmässig und ausgiebig Gewitterregen auf das Land und versorgen damit die Schildkröten mit genügend Wasser. Im Sommer gibt es auch Gewitter mit starken Regenfällen, diese können aber mehrere Wochen ausbleiben. Hier hilft einerseits die Aufnahme des Morgentaus von den Pflanzen und andererseits speichern die Schildkröten im Verhältnis zu ihrem Körpervolumen grosse Menge Wasser in ihren Blasen. Bei vorhandenem Wasser entleeren die Schildkröten erst ihre Blase und füllen diese dann wiederum mit frischem Wasser. Um den Wasserverlust zu minimieren, sind die europäischen Landschildkröten in Zeiten der Wasserknappheit in der Lage, ihren Harn in Form von wassersparendem, weisslichem Sekret abzugeben. In Zeiten mit genügendem Wasserangebot geben die Schildkröten den Harn in Form von wässrigem Urin ab.

Trotz aller Anpassungen der Lebensweise der Schildkröten an den wasserknappen Lebensraum kann es vorkommen, dass die Schildkröten in freier Natur bei längerfristig ausbleibenden Regenfällen verdursten. Die zunehmende Wasserknappheit im mediterranen Raum ist deshalb eine ernstzunehmende Bedrohung für viele Populationen der europäischen Landschildkrötenarten. Nur diejenigen Schildkrötenarten, die einer naturgegebenen, ursprünglichen Wasserknappheit ausgesetzt sind, können diese lebensfeindlichen Zeiten durch eine Sommerruhe (Ästivation) mit entsprechend geringerem Wasserverlust überstehen. Davon betroffen sind zum Beispiel einige Unterarten der Maurischen Landschildkröte (Testudo graeca), die in Nordafrika beheimatet sind.

Bei einsetzendem Regen kriechen die die Schildkröten, hier ein jüngere Zwerg-Breitrandschildkröte (Testudo marginata weissingeri) auf dem Peloponnes, aus ihren Verstecken hervor und beginnen sofort mit der Wasseraufnahme.

Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri) bei der Wasseraufnahme.

Tipps zur Wasseraufnahme von Schildkröten in Menschenobhut

  • Die Regenpfützen aus den Gewitterregen stehen den Landschildkröten in der Natur als sauberes, geniessbares Wasser nur für kurze Zeit zur Verfügung. Noch bevor das Wasser sich mit Krankheitserregern anreichert, ist es bereits wieder verdunstet. So kommen die Schildkröten nur selten mit ungeniessbarem, mit Krankheitskeimen verseuchtem Wasser in Kontakt. In Menschenobhut muss deshalb darauf geachtet werden, dass nur frisches Wasser zur Verfügung steht. Der Wechsel des angebotenen Wassers sowie die Reinigung der Wasserschale ist mindestens täglich vorzunehmen.
     
  • In der Natur steht nicht permanent Wasser zur Verfügung, so muss auch in Menschenobhut nicht immer Wasser angeboten werden, jedoch mindestens jeden zweiten Tag für ein paar Stunden.
     
  • Zur Reinigung der Wasserschale benötigt man keine chemischen Hilfsmittel, sondern behilft sich am besten der natürlichen Desinfizierung. Nach dem Entfernen des Wassers sorgt die Sonne für die vollständige Austrocknung und Entkeimung der Wasserschale.

Literaturtipp

DENNERT C. (2001): Ernährung von Landschildkröten
Natur und Tier-Verlag, Münster

Schlussbemerkung

Die Ernährung ist nicht der einzige Faktor, die es bei der artgerechten Haltung von Landschildkröten in Menschenobhut zu berücksichtigen gilt. Tatsache ist aber, dass ernährungsbedingte Krankheiten die weitaus häufigste Ursache von Fehlentwicklungen und frühzeitiges Ableben der Schildkröten in Menschenobhut darstellen. Dies geschieht leider oftmals aus Unkenntnis, aber nicht nur. Artgerechte Ernährung von Pflanzen fressenden Schildkröten bedeutet einen beträchtlichen Aufwand in der Futterbeschaffung und der Futteraufbereitung. Mit dem Verfüttern von käuflich erworbenen Salaten kann keine Landschildkröte gesund ernährt werden. Das Sammeln von Wildkräutern aus naturbelassenen Wiesen und Waldrändern ist mit zeitlichem Aufwand und ständig wiederkehrender Tätigkeit verbunden. Auch das Trocknen von Wiesenpflanzen zur Konservierung des Futters bedeutet Fleissarbeit. Nur wer sich dessen bewusst ist und diese Tätigkeiten mit Hingabe erfüllen möchte, ist geeignet, mediterrane Landschildkröten zu halten.

Panzer einer Spornschildkröte (Geochelone sulcata), die bereits als Jungtier nach qualvoller Krankheit aufgrund massiver Fehlernährung verstorben ist. Das Krankheitsbild zeigt eine rachitische Knochendeformation, welche aufgrund eines Mangels an Vitamin D3, hervorgerufen wahrscheinlich durch fehlendes Sonnenlicht (UV-B), entstanden ist.

Dank artgerechter Ernährung hat sich die beim Verfasser geborene, dreizehnjährige Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni boettgeri) gut entwickelt und ist in der Gestalt und im Gesundheitszustand nicht von einer Schildkröte aus freier Natur zu unterscheiden.



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